Heinrich gen. v. Holzhausen (gest. 1259) ist seit 1255 als Schöffe in Frankfurt urkundlich nachweisbar. Das Geschlecht war führend im Patriziat und im Rat von Frankfurt. Etwa 70mal waren über 30 Angehörige des Geschlechts Bürgermeister, sehr viele Ratsherren und Schöffen, einige Stadtschultheißen. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts beteiligte sich die Familie am Großhandel. Die Familie hatte verschiedene Stadtwohnungen, u. a. seit dem 14. Jahrhundert den Pfuhlhof am Roßmarkt, das wehrhafte Haus „zum Fürsteneck" an der Fahrgasse, das „zum Goldstein" und 1493 bis 1598 den Trierschen Hof (Münzhof, in Pacht vom Kurfürsten von Trier), in dem Hamman v. Holzhausen und dessen Nachkommen wohnten. Die Holzhausen-Öde, ein Gutshof im Norden der Stadt, kam spätestens 1474 als Erbschaft aus der Familie Lichtenstein an die Holzhausen. Im Vorfeld der Stadtbefestigung gelegen, wurde der Hof mehrmals bei Belagerungen zerstört (1552, 1635/36), aber immer wieder aufgebaut. Das Wasserschlößchen wurde 1727 durch den Darmstädter Baumeister Louis Remy de la Fosse neu errichtet. Es war seit der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts dauernder Wohnsitz der Familie. 1910 kam es an die Stadt Frankfurt. Die von Adolf Frhr. v. Holzhausen (gest. 1923) errichtete "Holzhausen-Stiftung" für die Stadt Frankfurt wurde durch die Inflation 1923 und die Währungsreform 1948 schwer geschädigt. Erhalten blieben: die Familiengemälde (als Dauerleihgabe der Stadt im Städelschen Kunstinstitut), das Familienarchiv im Stadtarchiv und die Bücherei in der Stadt- und Universitätsbibliothek. Erbbegräbnisse der Familie (benutzt bis 1783) befanden sich außer in der Peterskirche seit der Mitte des 14. Jahrhunderts in der Michaelskapelle (1830 abgerissen) auf dem Friedhof nördlich am Dom (bis die Familie ihr in der Reformation die Stiftungen entzog), seit 1393 in der Weißfrauenkirche (1953 abgebrochen). 1477 war hier eine eigene Kapelle ("Holzhausen-Kapelle") angebaut worden. In der Holzhausenkapelle der Leonhardskirche ist das „hängende Gewölbe" mit den Holzhausen-Wappen im Salvatorchörlein erhalten geblieben. - Durch ihre Verwandtschaft mit Stiftern des St. Katharinenstifts, der Patrizierfamilie Frosch (die Frau von Hamman v. Holzhausen war eine Enkelin des Stifters Engel Frosch), waren die Holzhausen Patrone und oft Pfleger dieses Stiftes. Es wurde in der Reformation zu einer Versorgungsanstalt für Witwen und unverheiratete Töchter aus Frankfurter Bürgerfamilien umgewandelt. Schutzbrief und Wappenbestätigung vom Reichsregiment zu Esslingen für Hamman v. Holzhausen (Esslingen 1525). - Schutzbrief von Kaiser Karl V. für Hamman und Justinian v. Holzhausen (Speyer 30. 12. 1530). - Adels- und Wappenbestätigung von Kaiser Karl V. für Justinian v. Holzhausen (Brüssel 21. 1. 1549). (Das Wappen wurde 1550 von Hans Sebald Beham gemalt.') -Bestätigung des Schutzbriefs von 1530 durch Kaiser Karl V. für Justinian v. Holzhausen (Augsburg 28. 4. 1551). Kaiserliche Bestätigung des Freiherrnstandes für Hieronymus v. Holzhausen (bei Ernennung zum K. K. Österr. Kämmerer 29. 6. 1754). Anerkennung des Freiherrnstandes durch Reskript des preuß. Heroldsamts für Alexis Freiherrn v. Holzhausen (Berlin 18. 5. 1894). - Österr. Prävalierung des Freiherrnstandes für die Brüder Friedrich, Ludwig und Hermann Freiherren v. Holzhausen (Wien 25. 6. 1909).
