Das fränkische Adelsgeschlecht läßt sich seit der z. Hälfte des 13. Jahrhunderts im Land „vor der Rhön", im Grabfeld, an der Fränkischen Saale, aber auch im Itz- und Baunachgrund (zwischen Coburg und Bamberg) nachweisen. Die Stammreihe beginnt mit Siegfried vom Stein, der 1273 als Vogt zu Mellrichstadt urkundet. Die Stein waren Ministeriale der Bischöfe von Würzburg und der Grafen von Henneberg, von denen sie das Unterburggrafenamt in Würzburg zu Lehen trugen. Die Familie blieb zahlenmäßig immer klein, besaß aber großen Einfluß und war reich an Besitz: Eigengüter und würzburgische, bambergische, hennebergische (später sächsische) und fuldische Lehengüter. Bis die Familie sich um 1545 der Reformation anschloß, erwarb sie häufig Sitze in den Domkapiteln von Würzburg und Bamberg. Im Kanton Rhön und Werra der Reichsritterschaft machten sich viele Stein als Ritterräte und Ritterhauptleute verdient. Zur Burgmannschaft der Reichsburg Friedberg in der Wetterau gehörte die Familie seit 1727. Schon vor 1300 hatte sich das Geschlecht in zwei Linien geteilt, die ihre Hauptsitze in Ostheim vor der Rhön und in Nordheim im Grabfeld hatten und sich danach benannten. Beim Erlöschen der Ostheimer Linie 1705 fiel der Besitz an die Nordheimer Linie, jetzt „Stein zu Nord- und Ostheim". Die Rittergüter waren bis 1922 fideikommissarischer Kondominatsbesitz. Reichsfreiherrnstand von Kaiser Leopold für Carl v. Stein (Wien 3. 7. 1669). Anerkennung des Reichsfreiherrnstandes für Dietrich v. Stein (Wien 19. 10. 1761).
