Die Familie tritt Mitte des 15. Jahrhunderts in Marburg an der Lahn auf, zunächst unter dem Namen „Lersenmecher" und „Lersenner". Seit 1486 sitzen Angehörige der Familie im Rat der Stadt Marburg. In der folgenden Generation beginnend, stellt sie hohe juristische Beamte in der hessischen Verwaltung und Professoren der Universität Marburg. In der „soziologisch-genealogischen Studie zur hessischen Verwaltungsgeschichte des 16. Jahrhunderts" („Amt und Familie") schreibt Karl E. Demandtl: „Die Familie Lersner kann für die hier angestellte Untersuchung als typisches Beispiel gelten, denn sie zeigt in klarer Führung alle Züge, die hier herausgearbeitet werden sollen. Die Herkunft aus einer städtischen Ratsfamilie, die mannigfachen und hohen Begabungen, unter denen die juristische so hervorragend war, daß das Hofgericht und die juristische Professur in Marburg geradezu als Familienreservat erscheinen, die ausgesuchten ehelichen Verbindungen und die gegenseitige Förderung in Laufbahn und Dienst, wofür die braunschweigischen Verwaltungs- und Marburger Universitätsstellungen sprechende Zeugnisse bieten, vereinigten sich in einer solchen Weise, daß diese Familie während des ganzen 16. Jahrhunderts eine ganz überragende Position in der hessischen Zentralverwaltung besaß und einen dementsprechenden Einfluß ausgeübt hat." Auch die Einheirat dieser Juristen- und Beamtenfamilie im 16. Jahrhundert in die Patriziergesellschaft Alten Limpurg der Reichsstadt Frankfurt entsprach einem politisch und wirtschaftlich bedingten Zug der Zeit. In der Folgezeit zeigt sich durch zwei Jahrhunderte eine enge politische und familiäre Verflechtung mit der Heimatstadt Frankfurt; 1648 bis 1953 gehörte ihr das Rittergut in dem frankfurtischem Dorfe Niedererlenbach. Jeweils der Senior der Familie erhielt von Hessen-Kassel Lehen in Reizberg bei Marburg (seit 1534) und Grebenstein bei Hofgeismar (seit 1569). Viele Angehörige der Familie dienten als kaiserliche Offiziere. Wappenbrief von Kaiser Karl V. auf dem Reichstag zu Worms 29. 4. 1521 für Ludwig Lersenner. Rittermäßiger Reichs- und erbländisch-österreichischer Adelsstand mit Wappenbesserung (offener Helm) (Linz 28. 2. 1651) für Philipp Christian Lersner und dessen Neffen Heinrich Ludwig Lersner. Großhzgl. Hessischer Freiherrnstand (Darmstadt 12. 11. 1881) für Wilhelm v. Lersner (S. 188).
