Westfälisch-Arnsbergisches Adelgeschlecht, erstmals erwähnt durch Namensnennung des Everhardus Wrethe 1202. Die Familie Wrede ist bis heute in einigen Zweigen dem historischen Raum ihres ersten Auftretens, der alten Grafschaft Arnsberg, treu geblieben. Sie ist damit die wohl älteste urkundlich nachweisbare Familie des niederen Adels in dieser Region.
Haus Willebadessen: 1839 kaufte der Eisenhüttenbesitzer Theodor Ulrich aus Bredelaer bei Marsberg das Anwesen. Durch kgl. westfälisches Edikt vom 7. Juni 1810 wurde das Kloster, das außer der Abtissin noch 12 Nonnen und 5 Leienschwestern, außer dem Probst noch den Pfarrer und Kaplan unterhielt, aufgehoben, und schon am 8 September desselben Jahres, nachdem die kauflustige Gemeinde den Kaufpreis von 372 500 Rtlr. nicht aufbringen konnte, an den Kammerherrn Karl Josef von Spiegel zu Borlinghausen verkauft, dem die Pflicht auferlegt wurde, den Nonnen Wohnung und dem Pfarrer Unterhalt zu gewähren. Von Spiegels Tochter, die Freifrau von Elmersdorff, verkaufte das Gut 1839 an Theodor Ulrich...(aus Bau und Kunstdenkmäler von Westfalen, 44. Band). Seine Tochter Elisabeth (1837-1910) heiratete 1887 in Beringhausen Joseph Ferdinand von Wrede (1825 -1907), einen nachgeborenen Sohn aus der Linie Melschede. Ferdinand Joseph wurde Oberförster der Domäne Hardehausen. Dieser gründete den Fideikommissbesitz Willebadessen. Willebadessen wurde erst ab 1873 Sitz der Familie, als Joseph Ferdinand den preußischen Staatsdienst quittierte und mit seiner Ehefrau und sechs Kindern dorthin verzog. Das aus dem Jahre 1700 stammende Abteigebäude befand sich in einem schlechten Bauzustand. Der südliche und südwestliche Flügel des Gebäudes wurde 1871/72 abgebrochen und das verbleibende Gebäude zu Wohnräumen umgebaut. Im Jahre 1880 erwarb Ferdinand Joseph von Wrede den Forst Musbühl mit 175 ha. aus dem aufgelösten Besitz Sutheim des Freiherrn von Oeynhausen. 1905wurde der ursprünglich westlich des Abteigebäudes gelegene Wirtschaftshof südlich-außerhalb des eigentlichen Klosterareals verlegt. Hierbei wurden eine Reihe ä1terer Wirtschaftsgebäude abgerissen. Als Ferdinand Joseph von Wrede 1907 verstarb, lies seine Witwe das heute noch bestehende Erbbegräbnis anlegen. Willebadessen ging in den Besitz des ältesten Sohnes der Eheleute über, Theodor Franz von Wrede (1863-195I), der seit 1894 mit Marie-Therese Gräfin Praschma(1871-1947) verheiratet war. Von ihnen erbte der Sohn Joseph (1896-1981), Landrat des Kreises Warburg den Besitz. Er war seit 1929 mit Philippine von Loe verheiratet. 1971 ging der Besitz an den jetzigen Eigentümer, den ältesten Sohn aus der Ehe, den Privatoberforstmeister Dietrich-Eberhard (Diethard) von Wrede über, der seit 1958 mit Alexandra Gräfin Széchenyi v. Sárvár und Felsövidék verheiratet ist. 1977 verkaufte die Familie den mauerumschlossenen Teil des ehemaligen Klosters nebst einigen Grünflächen an die Stadt Willebadessen, die nach staatlicher Anerkennung als Luftkurort die Auflage erhalten hatte, einen 6 ha großen Kurpark in günstiger Lage zum Ort zu schaffen. Das ehemalige Abteigebäude erwarb die Stiftung Europäischer Skulpturenpark, die dort Ausstellungen moderner Künstler veranstaltet. Die Familie von Wrede bezog 1982 einen südlich der Klosteranlage gelegenen Neubau und verlegte auch die Verwaltung dorthin.
Dietrich-Eberhard von Wrede
Quelle: "800 JAHRE FAMILIE VON WREDE 1202-2002" - Herausgegeben von der Familie von Wrede - Redaktion Horst Conrad - Münster 2002 Internet: Wrede Berlin
